Mindset-Shift

September 2020 | Wirtschaftswoche | Unternehmertum

Mindset-Shift

Wie wir die Innovationschancen, die sich jetzt bieten, auch nutzen.

Prof. Dr. Heike Hölzner, Professorin für Entrepreneurship und Mittelstand an der HTW Berlin sowie wissenschaftliche Leiterin der Sirius Minds GmbH (© HTW Berlin/Alexander Rentsch)
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Innovation beginnt in den Köpfen der Menschen. Was gestern noch undenkbar war, ist heute Normalität. Die Corona-Pandemie hat alte Gewissheiten weggespült. Das verunsichert, birgt aber auch Chancen. Was wir nun brauchen, sind Persönlichkeiten, die in der Lage sind, Gelegenheiten, die sich bieten, zu erkennen und Ideen mit der notwendigen Ausdauer und Flexibilität umzusetzen. Grundvoraussetzung dafür ist ein „Entrepreneurial Mindset“.


Unser Mindset bildet sich aus der Summe aller im Laufe des Lebens angesammelten Überzeugungen und Annahmen über die Welt und uns selbst. Ein wesentlicher Eckpfeiler eines „Entrepreneurial Mindsets“ ist die Selbstwirksamkeitserwartung. Also der Glaube daran, durch das eigene Handeln auch in schwierigen Situationen etwas bewirken zu können. Wie sonst hätten es sich die Gründer von Spotify zugetraut, es mit einem Gegner wie Apple aufzunehmen. Ohne den Glauben an Selbstwirksamkeit ist Disruption nicht denkbar.


Ebenfalls Teil des Entrepreneurial Mindsets ist ein dynamisches Selbstbild. Menschen mit einem dynamischen Selbstbild sind davon überzeugt, grundsätzlich alles lernen zu können. Erfolg resultiert für sie aus dem konsequenten Bemühen, Herausforderungen zu meistern. Führungskräfte mit einem dynamischen Selbstbild fokussieren den Prozess und nicht nur das Ergebnis. Sie gehen positiv mit Misserfolgen um, weil diese ihnen aufzeigen, wo sie sich entwickeln können. Ethan Brown, der Gründer des mit ca. 8 Mrd. US-Dollar bewerteten Lebensmittel-Start-ups Beyond Meat, hat Politikwissenschaften und nicht Lebensmitteltechnologie studiert. Als er das Unternehmen gründete, hatte er keine klare Idee zum Produkt, sondern eine Frage im Kopf: Wie lässt sich Fleisch herstellen, ohne dafür Tiere töten zu müssen? Auch das Management der Rügenwalder Mühle war 2014 noch unsicher, ob fleischfreie Wurst sich durchsetzen wird. In einem Interview sagten die Verantwortlichen damals: „Wenn es den Kunden schmeckt, wird sich das durchsetzen.“ Heute macht das Familienunternehmen einen überwiegenden Teil seines Umsatzes mit veganen und vegetarischen Produkten. Ohne die Bereitschaft zu lernen und auf dem Weg gegebenenfalls zu scheitern, wäre diese Transformation nicht möglich gewesen.


Das Gegenteil des dynamischen Selbstbildes ist das statische Selbstbild. Es ist ein Mindset, das wir durch unser auf Noten ausgerichtetes Bildungssystem und die Planungsorientierung in Unternehmen leider noch viel zu sehr befördern. Menschen mit einem statischen Selbstbild sind davon überzeugt, dass es von ihren Talenten abhängt, ob sie etwas können oder nicht.
Fehler und Rückschläge sind für sie persönlich, da sie ihnen ihre vermeintlichen Grenzen aufzeigen. Sie versuchen Neues und vor allem Herausforderungen zu vermeiden.


Wir unterstützen Start-ups und etablierte Unternehmen seit über 10 Jahren in Fragen der Innovation und Führung und wissen aus Erfahrung, ohne einen Wandel des Mindsets laufen Innovationsworkshops und Kreativitätstools ins Leere. Die gute Nachricht ist, ein Mindset lässt sich verändern. Und zwar viel leichter, als viele denken. An unserem Institut haben wir 33 kleine Übungen entwickelt, die Führungskräfte mit ihren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern umsetzen können, um einen Mindset-Shift in Gang zu setzen. In Kombination mit den genannten Instrumenten erhöhen sie die Innovationsleistung eines Unternehmens von innen heraus und bereiten es auf die Zukunft der Arbeit vor.

 


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